Erzählstrategien: Afrikanische Typen und Stereotypen in Comics
2020 (German)In: Kaboom! Von Stereotypen und Superheroes: Afrikanische Comics und Comics zu Afrika ; Kaboom! Of Stereotypes and Superheroes: African Comics and Comics on Africa. / [ed] Corinne Lüthy, Reto Ulrich, Antonio Uribe, Basler Afrika-Bibliografien , 2020Chapter in book (Other academic)
Abstract [de]
Dieser Text beschreibt und diskutiert die Verwendung von typischen und stereotypischen Afrikanern in Comics. Dabei liegt der Schwerpunkt auf einzelnen konkreten Strategien, die bei der Repräsentation und Verhandlung von Rasse in Comics angewendet werden. Aufgrund des aussergewöhnlich hohen Reflektionsgrades dieser Experimente, werden besonders ein Beispiel von Birgit Weyhe untersucht und mehrere aus der Feder Anton Kannemeyers, der auch unter dem Namen Joe Dog publiziert hat. Die Wahl dieser Beispiele begründet sich im Argument dieses Texts, nicht jedoch in Verkaufszahlen oder den Genres der herangezogenen Veröffentlichungen. Dabei sei jedoch daran erinnert, dass eine enge Verwandschaft zwischen dem Genre eines Comics und seinem visuellen Stil besteht: Verzerrte, karikierende Darstellungen werden von humoristischen Comics direkt erwartet. Dies unterscheidet sich von der narratologischen Konzeption prototypischer Figuren und Verhaltensweisen, bei der die einzelnen Figuren entsprechend ihres spezifischen Prototyps handeln müssen als auch den im Erzähltyp angelegten formalen Erwartungen genügen müssen. Wie weit Comics von solchen prototypischen Erzählformen oder Protokollen abhängen ist eine ausgesprochen interessante Frage, die aber nicht in diesem Text vertieft werden kann. Um Typen und Stereotypen in Comics diskutieren zu können, müssen ein paar Hintergünde und Zusammenhänge dargestellt werden. Da Geschichten und deren Verwendung von Charakteren, von Typen und Stereotypen, üblicherweise von kulturellen Rahmen abhängen, wird eine kurze Einführung in comic-spezifisches Erzählen und in das Konzept der Repräsentation geboten, bevor verschiedene konkrete Abbildungen von Afrikanern in neueren Comics untersucht werden. Die Diskussion von Figuren und deren Verwendung in Comics-Narrativen baut dabei auf einer systematischen Unterscheidung der einzelnen visuellen Ebenen, auf denen Informationen im Comic geboten werden und in deren Zusammenspiel die Erzählung eines jeden Comics entsteht.
Place, publisher, year, edition, pages
Basler Afrika-Bibliografien , 2020.
Keywords [en]
Stereotypen, Repräsentation, Typen, Ethnotypen, runde Charaktere, Character Design, Figurengestaltung, Comicforschung, Tintin au Congo, Tim in Afrika, Tim und Struppi-Rezeption, belgische Comics, Blondin & Cirage, Jijé, Hergé, Anton Kannemeyer, Birgit Weyhe, "The Runner", Madgermanes, afrikanische Comics, südafrikanische Comics, Rassismus in Comics, Kongo im Comic, Abrafaxe in Afrika, Joe Dog, schwarzer Stereotyp, stereotype Afrikaner, Bild und Text-Erzählen, Comic-Erzählen, Comic-Narration
National Category
Humanities and the Arts
Identifiers
URN: urn:nbn:se:mau:diva-9039Local ID: 30860ISBN: 978-3-906927-15-2 (print)OAI: oai:DiVA.org:mau-9039DiVA, id: diva2:1406071
2020-02-282020-02-282022-03-11Bibliographically approved